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„The Everything Code“ erklärt: Liquidität, Verschuldung und Marktzyklen (2026)

„The Everything Code“ ist ein Makro-Framework, das Marktzyklen anhand von Liquidität, Schuldenrefinanzierung und konjunkturellen Rahmenbedingungen erklärt und nicht anhand von vermögensspezifischen Ereignissen.

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Neil Author
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Graham Stone
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Der „Everything Code“ ist ein makroökonomisches Modell, das Marktzyklen erklärt, indem es demografische Entwicklungen, das Schuldenwachstum, die Liquiditätslage und die Konjunktur mit den Kursen von Vermögenswerten in den Bereichen Kryptowährungen, Aktien und auf den globalen Märkten verknüpft.

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Übersicht

Seit 2008 befindet sich die Weltwirtschaft in einer Phase, die Analysten von Global Macro Investor als Das Zeitalter der Liquidität. Laut Der „Everything Code“, lässt sich dieses neue Umfeld am besten anhand einer einfachen Gleichung verstehen:

BIP-Wachstum = Bevölkerungswachstum + Produktivitätswachstum + Schuldenwachstum.

Angesichts des nachlassenden Bevölkerungswachstums und der stagnierenden Produktivität ist der Anstieg der Verschuldung zum wichtigsten Motor des BIP geworden. Um diese Verschuldung zu tragen, pumpen Regierungen und Zentralbanken Liquidität durch quantitative Lockerung, fiskalische Ausgaben und Bilanzausweitung in das Finanzsystem.

Das Ergebnis ist ein struktureller Wandel: Die Märkte haben sich liquiditätsgetrieben, nicht produktivitätsorientiert. Aktien, Anleihen, Immobilien und sogar Bitcoin steigen und fallen nun gemeinsam in Abhängigkeit von den Veränderungen der globalen Liquidität.

Dieses Rahmenkonzept hat sich rasch zu einem der meistdiskutierten Makromodelle zum Verständnis von … entwickelt Die Preiszyklen von Bitcoin und die allgemeinen Schwankungen an den Finanzmärkten.

Video: Warum Liquidität die Marktzyklen bestimmt

Das folgende kurze Video bietet einen prägnanten Überblick über den „Everything Code“ und erläutert, wie Liquidität, Schuldendynamik und makroökonomische Rahmenbedingungen die Marktzyklen bei Bitcoin, Kryptowährungen und traditionellen Vermögenswerten beeinflussen.

So funktioniert „The Everything Code“

Das Modell basiert auf der Beobachtung, dass Nicht traditionelle Fundamentaldaten, sondern Liquiditätsströme bestimmen die Wertentwicklung von Vermögenswerten. Raoul Pal und Julien Bittel beschreiben diese Dynamik als eine Vorhersagekette:

Finanzlage → Liquidität → ISM (Konjunkturzyklus) → Vermögenspreise
  1. Finanzielle Rahmenbedingungen (wie beispielsweise Zinssätze, die Stärke des Dollars und Kreditspreads) beeinflussen das Liquiditätsangebot.
  2. Liquidität, gemessen an den Bilanzen der Zentralbanken und den Transaktionen des Finanzministeriums, treibt die ISM-Index für das verarbeitende Gewerbe, ein Frühindikator für die Konjunktur.
  3. Vermögenspreise - Aktien, Anleihen und Krypto - reagieren mit einer gewissen Verzögerung auf Veränderungen des ISM und der Liquidität.

Historisch gesehen eilt die Liquidität dem ISM um etwa sechs Monate voraus, und der ISM eilt der Wertentwicklung der Vermögenswerte um etwa neun Monate voraus. Dies erklärt, warum die Märkte oft schon steigen, bevor sich die Konjunkturdaten verbessern, und warum Abschwünge einsetzen, während das BIP noch stark aussieht.

Das Zeitalter der Liquidität

In der Welt nach 2008 ist die Verschuldung zum Ersatz für reales Wachstum geworden. Niedrige Zinsen und Eingriffe der Zentralbanken haben die Schaffung von Liquidität zu einem festen Bestandteil der Weltwirtschaft gemacht.

Vor 2008 wurde das Wachstum in erster Linie durch Produktivitätssteigerungen und eine wachsende Erwerbsbevölkerung angetrieben. Seit der Finanzkrise sind die Volkswirtschaften jedoch aufgrund der alternden Bevölkerung und nachlassender Innovation auf eine steigende Verschuldung angewiesen. Um Zahlungsausfälle zu verhindern und das Wachstum aufrechtzuerhalten, reagieren die politischen Entscheidungsträger auf jede Konjunkturabschwächung mit neuen Liquiditätsspritzen.

Dadurch entsteht ein sich wiederholender Kreislauf:

  • Liquiditätsausweitung → Vermögensinflation → Straffung → Konjunkturabschwächung → erneute Liquiditätsausweitung.

Jeder große Hausse und Baisse Seit 2008 lassen sich alle Entwicklungen – von Aktien über Immobilien bis hin zu Bitcoin – auf diesen Rhythmus zurückführen. Dies erklärt auch, warum die traditionelle Diversifizierung an Bedeutung verloren hat: Wenn die Liquidität zunimmt, steigen fast alle Vermögenswerte gemeinsam an; wenn sie schrumpft, fallen fast alle.

Bitcoin und „The Everything Code“

Bitcoin fügt sich auf zwei unterschiedliche Weisen in das „Everything Code“-Konzept ein.

Erstens verhält es sich wie ein makroökonomische Liquiditätsposition. Seit 2013 weist der Bitcoin-Kurs eine hohe Korrelation mit der globalen Geldmenge M2 und den Bilanzen der Zentralbanken auf. Steigt die Liquidität, legt der Bitcoin-Kurs zu; sinkt die Liquidität, fällt er.

Zweitens fungiert Bitcoin als Ressource zur Netzwerkakzeptanz geregelt durch Metcalfes Gesetz, wonach der Wert eines Netzwerks mit dem Quadrat der Nutzerzahl steigt. Mit zunehmender Verbreitung von Bitcoin erweitert sich dessen fundamentale Wertbasis unabhängig von kurzfristigen Liquiditätsschwankungen.

Das Zusammenspiel dieser beiden Kräfte – Liquiditätszyklen und Nutzerakzeptanz – erklärt, warum Bitcoin mehrjährige Hausse- und Baissezyklen durchläuft. Die Liquidität gibt den Rhythmus vor; die Akzeptanz verstärkt das Ausmaß.

Der verkürzte Zyklus 2021

Der Zyklus 2021 bot einen der deutlichsten Praxistests für dieses Modell. Viele gingen davon aus, dass sich der Bitcoin-Bullenmarkt aufgrund des vierjährigen Halving-Zeitplans bis ins Jahr 2022 fortsetzen würde. Stattdessen erreichten die Kurse im November 2021 ihren Höchststand und gerieten in eine anhaltende Baisse.

Laut „The Everything Code“ war der Grund ganz einfach: Die weltweite Liquidität erreichte im März 2021 ihren Höchststand als die Zentralbanken begannen, ihre Konjunkturmaßnahmen zurückzufahren, und das US-Finanzministerium seine Barreserven wieder aufstockte.

Nicht die Mechanismen des Halving, sondern die Liquidität führte zu einem vorzeitigen Ende des Zyklus. Im Gegensatz dazu fielen frühere Zyklen – 2013 und 2017 – mit Phasen der Liquiditätsausweitung zusammen, wodurch makroökonomische und angebotsseitige Effekte in Einklang standen.

Diese Perspektive rückt das Thema in ein neues Licht Das Bitcoin-Halving die Erzählung als ein mitwirkender Faktor, nicht als Hauptantriebskraft.

Der nächste Liquiditätszyklus (2024–2026)

Dem „Everything Code“-Modell zufolge tritt die Welt ab 2026 in eine neue Expansionsphase ein. Grob gesagt 9 Billionen US-Dollar Staatsverschuldung der USA müssen im Laufe des nächsten Jahres refinanziert werden, was erneute Liquiditätsspritzen zur Stabilisierung der Märkte erforderlich macht.

Die Zentralbanken haben bereits damit begonnen, die finanziellen Rahmenbedingungen zu lockern, um den Refinanzierungsdruck zu bewältigen und systemische Spannungen zu verhindern. Sollte sich das Modell bestätigen, könnte diese Liquiditätswelle den aktuellen Zyklus bis in das Jahr Ende 2026, wodurch das entsteht, was Global Macro Investor als „die Bananenzone“ bezeichnet – die parabolische Endphase einer Liquiditätsausweitung.

Für Bitcoin bedeutet dies eine mögliche Übereinstimmung zwischen Liquiditätswachstum und Netzwerkakzeptanz, ähnlich wie bei früheren makroökonomischen Aufschwungphasen.

Vorteile des Verständnisses von „The Everything Code“

  • Makro-Schärfe: Hilft Anlegern und Analysten dabei, die Kursbewegungen von Bitcoin im Kontext der globalen Finanzlage zu betrachten und nicht als isolierte Ereignisse im Kryptobereich.
  • Konjunkturprognosen: Bietet eine strukturierte Methode, um vorherzusagen, wann sich die Märkte von einer „Risk-on“- zu einer „Risk-off“-Stimmung wandeln könnten.
  • Einblick in das Portfolio: Erläutert, warum die traditionelle Diversifizierung an Bedeutung verloren hat und warum digitale Vermögenswerte zu Beta-starken Ausprägungen der globalen Liquidität geworden sind.
  • Marktübergreifendes Bewusstsein: Stellt eine Verbindung zwischen Bitcoin und Aktien, Anleihen und Rohstoffen her und verdeutlicht deren gemeinsame Abhängigkeit von Liquiditätsströmen.

Risiken und Einschränkungen

Das Modell ist zwar leistungsstark, hat aber auch seine Grenzen.

  • Vereinfachungsrisiko: Die Gleichung (BIP = Bevölkerung + Produktivität + Verschuldung) lässt geopolitische Schocks, technologische Durchbrüche und Störungen in der Lieferkette außer Acht.
  • Politische Unsicherheit: Zentralbanken können ihre Strategie plötzlich ändern, was Liquiditätsprognosen erschwert.
  • Produktivitätsaufschwung: Fortschritte in den Bereichen künstliche Intelligenz oder Automatisierung könnten zu einem produktivitätsgetriebenen Wachstum führen und damit die Annahmen des Modells entkräften.

Aus diesen Gründen sollte „The Everything Code“ als Rahmenkonzept betrachtet werden – und nicht als deterministisches Prognoseinstrument.

Ein Vergleich von „The Everything Code“ mit anderen Modellen

Modell
Fokus
Schlüsselvariable
Bedeutung für Bitcoin
Der „Everything Code“
Makro-Liquidität
Schulden und Liquidität der Zentralbank
Erläutert den Zusammenhang zwischen Bitcoin und der weltweiten Geldmenge
Kreditimpulsmodell
Kreditwachstum
Neue Kreditvergabe
Ergänzt „The Everything Code“ durch die Erfassung der Verschuldung im privaten Sektor
Halbierungszyklus-Modell
Angebotsdynamik
Bitcoin-Ausgaberate
Erklärt die langfristige Angebotsknappheit, lässt jedoch die makroökonomische Liquidität außer Acht
Stock-to-Flow-Modell
Auf Knappheit basierende Bewertung
Umlaufende Menge vs. Neuemission
Nützlich für die Knappheitsanalyse, nach 2021 jedoch weniger genau
Modell
Der „Everything Code“
Fokus
Makro-Liquidität
Schlüsselvariable
Schulden und Liquidität der Zentralbank
Bedeutung für Bitcoin
Erläutert den Zusammenhang zwischen Bitcoin und der weltweiten Geldmenge
Modell
Kreditimpulsmodell
Fokus
Kreditwachstum
Schlüsselvariable
Neue Kreditvergabe
Bedeutung für Bitcoin
Ergänzt „The Everything Code“ durch die Erfassung der Verschuldung im privaten Sektor
Modell
Halbierungszyklus-Modell
Fokus
Angebotsdynamik
Schlüsselvariable
Bitcoin-Ausgaberate
Bedeutung für Bitcoin
Erklärt die langfristige Angebotsknappheit, lässt jedoch die makroökonomische Liquidität außer Acht
Modell
Stock-to-Flow-Modell
Fokus
Auf Knappheit basierende Bewertung
Schlüsselvariable
Umlaufende Menge vs. Neuemission
Bedeutung für Bitcoin
Nützlich für die Knappheitsanalyse, nach 2021 jedoch weniger genau

Dieser Vergleich zeigt, dass makroökonomische Liquiditätsmodelle die Wertentwicklung von Bitcoin in Echtzeit besser erklären als rein auf On-Chain-Daten oder der Emissionsmenge basierende Kennzahlen.

Fazit: Liquidität als Schlüsselvariable

„The Everything Code“ fasst ein Jahrzehnt der Makroevolution in einer einzigen Idee zusammen: Liquidität ist der Motor für alles.

Seit 2008 haben steigende Verschuldung und politikgetriebene Liquidität das organische Wachstum als Grundlage der globalen Märkte abgelöst. Bitcoin, das während dieses Wandels entstand, wurde naturgemäß sowohl zum Spiegelbild als auch zum Nutznießer der Liquiditätsausweitung.

Durch das Verständnis dieses Rahmens können Analysten Bitcoin nicht als spekulativen Ausreißer betrachten, sondern als Teil eines weitaus größeren globalen Liquiditätszyklus – eines Zyklus, der das Verhalten von Vermögenswerten im Jahr 2026 und darüber hinaus weiterhin prägt.

Häufig gestellte Fragen

Was ist „The Everything Code“?
Wer hat „The Everything Code“ verfasst?
Wie wirkt sich die Liquidität auf Bitcoin aus?
Ist der „Everything Code“ dasselbe wie der Halving-Zyklus von Bitcoin?
Kann der „Everything Code“ Haussephasen vorhersagen?

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